Wir sind das Klima!

Haben die Lebenden das Recht, die Freiheit künftiger Generationen massiv zu beschränken? Nein, sagt das Bundesverfassungsgericht mit seinem Klimabeschluss aus dem Jahr 2021. Doch nach der kurzen Aufbruchstimmung 2019, als es schien, ernsthafter Klimaschutz könne die politische Agenda nachhaltig erobern, haben sich die europäischen Regierungen von ambitionierten Maßnahmen schnell wieder verabschiedet. Kriege und populistische Parteien behindern den dringend nötigen Wandel zusätzlich. Davon unbeeindruckt werden die Warnungen und Prognosen zum Klimakollaps immer lauter, präziser und realistischer. Es ist ein Widerspruch entstanden zwischen Demokratie und Ökologie, zwischen dem unaufhaltsamen Zeitdruck und der scheinbar gottgegebenen Langsamkeit der Demokratie. Die Historikerin Hedwig Richter und der ZEIT-Journalist Bernd Ulrich wollen diesen scheinbaren Widerspruch überwinden. Sie zeigen, dass eine radikale Wende zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen einhergehen kann mit der Verteidigung und Entfaltung der Demokratie. Dabei schauen sie zurück und in die Zukunft. Sie fragen nach der dunklen Seite der Demokratiegeschichte und den oft zerstörerischen Bedingungen, unter denen sich unsere Demokratie in Deutschland und anderswo entfaltet hat. Und sie entwerfen eine Zukunft, die auch kommenden Generationen Lebensbedingungen ermöglicht, die für eine Demokratien unverzichtbar sind.

Richter, Hedwig, Ulrich, Bernd:
Demokratie und Revolution. Wege aus der selbstverschuldeten ökologischen Unmündigkeit.
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2024; 367 Seiten, 25 Euro
ISBN-13: 9783462006438 E-Book: EAN 9783462312683

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